Abstimmungskampagne zum Mindestlohnvorrang


Als Teil der Allianz «für die Stärkung der Sozialpartnerschaft» setzt sich carrosserie suisse gemeinsam mit 28 weiteren Verbänden seit acht Jahren für den Vorrang von Branchenmindestlöhnen gegenüber kantonalen und kommunalen Mindestlöhnen ein. Im Sommer 2026 haben National- und Ständerat unserem Anliegen zugestimmt. Mindestlöhne aus allgemeinverbindlichen Gesamtarbeitsverträgen (GAV) sollen künftig staatlichen Mindestlöhnen vorgehen. 

Die kantonalen Kompetenzen bleiben dabei gewahrt. Wo kein allgemeinverbindlicher GAV mit Mindestlohnbestimmungen besteht, können Kantone weiterhin eigene Mindestlöhne festlegen. Gegen die Gesetzesänderung hat der Schweizerische Gewerkschaftsbund das Referendum ergriffen. Die Referendumsfrist endet am 8. Oktober. Kommen bis dann die erforderlichen 50'000 Unterschriften zusammen, stimmt die Schweizer Bevölkerung voraussichtlich am 28. Februar 2027 über den Mindestlohnvorrang ab.

GAV für faire und praxistaugliche Lohnbedingungen
 
Für unsere Branche ist diese Abstimmung entscheidend. Unser GAV schafft faire und praxistaugliche Lohnbedingungen, die Ausbildung und Berufserfahrung berücksichtigen. Ein einheitlicher Branchenstandard gewährleistet zudem faire Wettbewerbsbedingungen über die Kantonsgrenzen hinweg. Werden Löhne, Ferien oder Arbeitszeit zunehmend auf kantonaler oder kommunaler Ebene politisch geregelt, verlagert sich die Gestaltung branchenspezifischer Arbeitsbedingungen von den Sozialpartnern zur Politik. Dadurch verlieren gemeinsam ausgehandelte Lösungen an Bedeutung, und der Anreiz, Gesamtarbeitsverträge auszuhandeln, nimmt ab. 

Bei einer Abstimmung im Februar 2027 geht es um weit mehr als um Mindestlöhne. Ein Ja stärkt die Zukunft unserer bewährten Sozialpartnerschaft. Im Zentrum steht die Frage, wer künftig über die Arbeitsbedingungen in unserer Branche entscheidet. Über die Ja-Abstimmungskampagne der Allianz und das Engagement von carrosserie suisse werden wir Sie laufend informieren.

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