Eine Leistung auf internationalem Spitzenniveau: Carrosserielackierer Davide Manieri und Carrosseriespengler Gilles Glauser haben die Schweizer Carrosseriebranche an den WorldSkills 2026 in Shanghai vertreten. An vier intensiven Wettkampftagen stellten sich die beiden jungen Berufstalente anspruchsvollen Aufgaben, grossem Zeitdruck und der starken internationalen Konkurrenz – am Ende holte Gilles Glauser die Bronzemedaille, Davide Manieri sicherte sich auf dem vierten Platz eine «Medal for Excellence».
Vom 22. bis 27. September 2026 trafen in Shanghai junge Fachkräfte aus aller Welt aufeinander. Mittendrin: Die beiden amtierenden Schweizermeister Carrosserielackierer Davide Manieri und Carrosseriespengler Gilles Glauser. Das Ziel war klar: das eigene Können auf der grösstmöglichen Bühne der Berufsmeisterschaften unter Beweis stellen und sich mit der jungen Weltelite messen. «Als WorldSkills die Schweiz in meinem Beruf für das Podest aufrief, rastete ich vor Freude aus! Neben den Ländern China und Japan auf der Bühne ahnte ich, dass es Bronze geben könnte, da mir rückblickend schon nicht alles perfekt gelang», zeigte sich nach der Siegerehrung etwa Gilles Glauser bereits tief in den Nachtstunden auf Sonntagmorgen sichtlich erschöpft, aber glücklich. Der Berner von der Carrosserie G&G AG holte insgesamt 725 Punkte hinter dem Japaner Sho Yoshida mit 732 Punkten und dem neuen Weltmeister Jiao Jiao aus China mit 759 Punkten.
Bei Davide Manieri aus den Reihen der Huggel Carrosserie AG war die Geschichte denkbar knapp. Der Baselbieter sicherte sich mit seiner starken Arbeit hervorragende 724 Punkte und damit eine «Medal for Excellence». Aufgrund nur eines Punktes weniger verpasste der Carrosserielackierer aus Reinach BL Platz drei und somit Bronze. Die WorldSkills behält aber auch er positiv in Erinnerung: «Nach dem Wettkampf fällt der Druck enorm ab. Es ist ein extrem schönes Gefühl, dieses Abenteuer erlebt zu haben. Ich habe mein Maximum gegeben und bin sehr zufrieden, auch wenn es ganz knapp nicht für das Podest gereicht hat. Natürlich schmerzt mich das, aber die ganze Erfahrung, auch gemeinsam mit dem National Team, ist für mich unschätzbar wertvoll. Dafür bin ich sehr dankbar.»
Coaches adeln Teilnehmer und Leistung
Die vier Wettkampftage und der gesamte Event verlangten den beiden Schweizern viel ab. Unter hohem Zeitdruck mussten komplexe Aufgaben aus ihren jeweiligen Fachgebieten bewältigt werden. Neben handwerklicher Präzision und technischem Wissen waren eine effiziente Arbeitsweise, Konzentration und mentale Stärke gefragt. Gleichzeitig galt es, auf Schwierigkeiten zu reagieren und auch dann ruhig zu bleiben, wenn nicht alles nach Plan verlief. «Was Davide an diesen vier Tagen in China auf die Beine gestellt hat, ist für mich als sein Coach unbeschreiblich. Ein sensationeller vierter Platz unter härtesten Bedingungen, wo nichts geschenkt wurde. Ich bin endlos stolz auf die Entwicklung und auf das Resultat von Davide und auf die abgerufene Performance von ihm. Aus ganzem Herzen grösster Respekt und herzliche Gratulation an ihn!», fand Pascal Lehmann entsprechende Worte, Coach von Davide Manieri.
Eine Leistung, die in Erinnerung bleibt. Das weiss auch Diana Schlup, Trainerin von Gilles Glauser: «Ich finde es überragend, dass Gilles hier Bronze geholt hat! Auch mit Blick auf die weiteren Nationen war ich kurz etwas unsicher, ob es für das Podest reicht, umso mehr erfüllt mich dieses Resultat für Gilles mit tiefem Stolz. Er hat hart dafür trainiert, Einsatz und Wille gezeigt und von seinem Umfeld stets Unterstützung erhalten. Jetzt gehen wir feiern! Richtig realisieren werden wir diesen Erfolg vermutlich erst etwas später.»
Die Performance der beiden Schweizer ist hoch einzustufen: Bereits die Teilnahme an einer Berufsweltmeisterschaft verlangt eine intensive Vorbereitung und die Fähigkeit, das eigene Können unter aussergewöhnlichen Bedingungen abzurufen. Hinter den Wettkampftagen in Shanghai liegt rund ein Jahr an gezieltem Training. Gemeinsam mit ihren Coaches und Experten schärften Manieri und Glauser technische Abläufe, feilten an Details und bereiteten sich auf den Megaevent vor. In Shanghai konnten sie diese Erfahrung mit einem internationalen Vergleich auf höchstem Niveau ergänzen.
Botschafter für ihr Handwerk und ihre Branche
Mit ihren starken Leistungen an den WorldSkills haben Davide Manieri und Gilles Glauser nicht nur persönliche Erfolge gefeiert, sondern auch die hohe Qualität der Schweizer Berufsbildung und des Carrosseriegewerbes eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Als junge Fachkräfte stehen sie exemplarisch für eine Branche, die vielfältige, moderne und anspruchsvolle Karrieremöglichkeiten bietet. «Ihre Leistungen zeigen eindrücklich, welches Niveau junge Schweizer Fachkräfte erreichen können. Ich habe Davide und Gilles in Shanghai live beim Wettkampf erlebt und ziehe meinen Hut vor ihrer Hingabe und ihrem Willen», würdigt Peter Elsasser, Leiter Berufsbildung bei carrosserie suisse, die beiden Teilnehmer.
Die WorldSkills gelten als bedeutendste internationale Bühne für junge Berufstalente. Unter hohem Zeitdruck und vor grossem Publikum messen sich die besten Fachkräfte der Welt und demonstrieren ihr Können auf höchstem Niveau. Nach dem erfolgreichen Auftritt in Shanghai 2026, bei dem die Schweiz als bestes europäisches Team und unter den weltweiten Top drei abschloss, richtet sich der Blick bereits auf die nächsten Berufsweltmeisterschaften 2028 in Aichi, Japan.
Bereits 2027 wieder Emotionen
Bevor das Kräftemessen auf internationalem Terrain weiter geht, startet der Meisterschaftszyklus in der Schweiz in die nächste Runde. 2027 organisiert carrosserie suisse im Frühjahr die Regionalmeisterschaften, deren beste Fachkräfte sich dann im September wiederum an den fünften SwissSkills um den Schweizermeistertitel messen.