Delegiertenversammlung zwischen Luftwaffe und WM


Verband

Umgeben von Kampfjets und historischen Flugzeugen lud carrosserie suisse seine Delegierten und Gäste zur diesjährigen Delegiertenversammlung ins Air Force Center in Dübendorf ZH ein. Vor rund 150 Teilnehmenden informierte der Verband über die Weiterentwicklung seiner Strukturen und aktuelle Projekte. Passend zum Auftakt der Fussball-Weltmeisterschaft am selben Abend gewährten die Schweizer Teilnehmer der WorldSkills zudem einen Einblick in ihre Vorbereitung auf die Berufs-WM in Shanghai.

Für einmal stand nicht die Carrosserie eines Fahrzeugs im Mittelpunkt, sondern jene von Flugzeugen. Die eindrückliche Kulisse des Air Force Centers mit Kampfjets, Helikoptern und historischem Armeematerial bot den Rahmen für die Versammlung. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, die Ausstellung der Schweizer Luftwaffe zu besichtigen und sich auszutauschen – auch Zentralpräsident Felix Wyss zeigte sich beeindruckt: «Die Flugzeuge hier aus der Nähe betrachten zu können, ist einzigartig. Ich fühle mich hier schon auch etwas zu Hause, da wir in unserer Branche ja auch Flugzeuge bearbeiten und auch das ein oder andere Nutzfahrzeug kann man hier bestaunen.». 

Dann kehrte kurz Stille ein in Gedenken an verstorbene Persönlichkeiten aus der Branche. Das Plenum erwies Carlo Steger aus dem Tessin, Martin Tischhauser aus der Sektion Graubünden, Walter Koch aus der Ostschweiz und Markus Angliker aus Zürich die Ehre.

Direkter Draht zwischen Branche und Politik

Die Bühne gehörte an diesem Vormittag verschiedenen Gästen aus Verband, Politik und Wirtschaft. Michael Oesch, Präsident der gastgebenden Sektion Zürich, verwies in seiner Ansprache stolz auf die grösste Sektion von carrosserie suisse mit aktuell 118 Mitgliederbetrieben: «Wenn so viele Betriebe aus einer Region bei einem Verband dabei sein möchten, zeigt mir dies das Vertrauen der Unternehmen in uns und die regionale Verankerung. Ich möchte Sie alle hier in Dübendorf herzlich begrüssen». Dann schwenkten die Scheinwerfer in den Westen nach Bundesbern.

Per Video zugeschaltet berichtete Nationalrat Heinz Theiler über aktuelle politische Entwicklungen und betonte die Bedeutung eines engen Austauschs zwischen Politik und Gewerbe: «Der direkte Austausch mit Ihnen ist mir wichtig. Sehen Sie Hürden oder haben Sie konkrete Vorschläge? Zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren. Um praxistaugliche Lösungen erarbeiten zu können, ist der direkte Draht zwischen Branche und Politik entscheidend.»

Auch Dübendorfs Stadtpräsident André Ingold richtete sich an die Versammlung und hob die Bedeutung eines starken Gewerbes für die wirtschaftliche Entwicklung der Region hervor.

Zu den besonderen Gästen zählte an dieser Versammlung alt Bundesrat Ueli Maurer, der nur einige Gemeinden weiter in Wetzikon ZH geboren wurde. Der langjährige Magistrat – von 2009 bis 2022 Mitglied im Bundesrat – nutzte seinen Besuch, um einige Gedanken zur aktuellen wirtschaftlichen und politischen Entwicklung mit den Anwesenden zu teilen und die Bedeutung der Carrosserie- und Fahrzeugbaubranche hervorzuheben: «Meiner Meinung werden Fahrzeuge aus dem asiatischen Raum, speziell aus China, vermehrt in unserem Markt anzutreffen sein. Hier gilt es, sich als Betrieb mit jetzt noch eher fremdartigen Produktionsweisen und neuester Technologie auseinander zu setzen, denn diese werden auch in Europa und der Schweiz auftrumpfen.» Ebenso sehe er den Individualverkehr von weiter zentraler Bedeutung in der Schweiz, denn «selber fahren bedeutet Freiheit und meist rasches Vorwärtskommen. Daher vermute ich, dass die Arbeit in Ihrer Branche auch in Zukunft gefragt ist.»

Weiterentwicklung des Verbands mit starker regionaler Verankerung

carrosserie suisse treibt die Umsetzung seiner langfristigen Verbandsstrategie weiter voran. Ziel ist es, die Organisation agiler, schlanker und zukunftsfähiger aufzustellen. «Der Verband soll agiler agieren und gewisse Kompetenzen an die Geschäftsstelle delegieren können», erklärte Direktor Daniel Röschli.

Vorgesehen ist ein kleineres strategisches Führungsgremium mit maximal neun Mitgliedern. Gleichzeitig soll die neu geschaffene Konferenz der Sektionen den Regionen weiterhin eine starke Stimme geben und ihre Mitwirkung institutionell absichern. Einen konkreten Vorschlag will die Führungsebene des Verbandes im Jahr 2027 den Delegierten zur Abstimmung vorlegen.

Aktuelle Entwicklungen bei EUROGARANT und VFCB

Die Verbandsführung informierte auch über die aktuelle Situation beim Qualitätslabel EUROGARANT. Das Label steht für europaweit fachgerechte Reparaturen nach definierten Qualitätsstandards, die regelmässig überprüft werden.

Auch beim Verein zur Förderung der Carrosserieberufe (VFCB) stehen Veränderungen an. Die Vereinigung modernisiert derzeit ihren Auftritt und schafft damit die Grundlage, um bestehende Partnerschaften zu stärken und neue Mitglieder zu gewinnen. «Für uns im VFCB ist entscheiden, dass der Verein auf solider Basis steht, dazu gehört auch ein moderner Auftritt. Zögern Sie nicht, uns bei Interesse an einer Mitgliedschaft zu kontaktieren, wenn auch Sie die Carrosserieberufe fördern möchten», unterstrich VFCB-Vorstandsmitglied Mathias Dufaux.

WM-Träume aus nächster Nähe 

Zum Abschluss der Delegiertenversammlung rückte die WM in den Mittelpunkt. Jedoch nicht jene der FIFA, welche am Abend der Veranstaltung eröffnet, sondern die Berufs-Weltmeisterschaft im chinesischen Shanghai im September. Carrosseriespengler Gilles Glauser von der Carrosserie G&G AG und Carrosserielackierer Davide Manieri von der Huggel Carrosserie AG gewährten persönliche Einblicke in ihre Vorbereitung auf die WorldSkills 2026 in Shanghai.

In der Mission Shanghai schreiten die beiden jungen Schweizermeister in Begleitung ihres jeweiligen Trainerteams voran – Pascal Lehmann, ebenso anwesend, begleitet Davide, Diana Schlup ihrerseits Gilles. Eine übergeordnete Rolle bekleidet Benjamin Mazenauer als Präsident der Arbeitsgruppe Berufsmeisterschaften. Die Anwesenden erfuhren auf interessante Weise, mit welchem Engagement und welchem Trainingsaufwand sich die Schweizer Delegation auf den internationalen Wettbewerb vorbereiten. Im September vertreten die beiden Schweizermeister die Schweiz und die Carrosseriebranche auf der grössten Berufsbühne der Welt.

Im Podcast

Zentralpräsident Felix Wyss über neue Strukturen, Genf und die WorldSkills

Ueli Maurer, Bundesrat & Bundespräsident a.D., über Bedeutung und Vorlieben rund um Fahrzeugen

Interessiert an exklusiven Informationen rund um die Carrosserie- und Fahrzeugbranche?