Die Welt der Mobilität – um sie drehte sich in Bronschhofen am 7. Mai alles. Die Sektion Ostschweiz lud zur Generalversammlung in die «Auto Welt von Rotz» ein – wo auch ein Hauch Spionage durch die Anwesenden wehte.
Wenn im Hotelzimmer das eigene Auto auch Platz findet, dann hat man vermutlich in Bronschhofen eingecheckt. Die Familie von Rotz verbindet dort seit knapp 50 Jahren Hotelaufenthalte mit Mobilität und deren Geschichte. Mobilität zum Erlebnis: Themenzimmer wie das «James-Bond-Zimmer» mit dem erwähnt eigenen Auto im Raum oder kreative Werkstatt-, Waschanlagen- und Wellnesswelten sorgen bei den Besucherinnen und Besuchern für besondere Eindrücke – Impressionen, welche auch die rund 80 An-wesenden gewinnen durften.
«Kundennähe, persönliche Beziehungen und der Anspruch, mehr zu bieten als nur Autos», unterstrich Gründer Hanspeter von Rotz das Erfolgsrezept. Die Autowelt verstehe sich als Ort, an dem Mobilität ganzheitlich erlebt werde – mit innovativen Ideen, viel Leidenschaft und einer bewusst familiären Unternehmenskultur.
Wenn Carrosserie auf KI trifft
Von den ausgestellten Autos, unter anderem schön aufbereitete Oldtimer, schwenkte die Thematik an der formellen GV in Richtung Handwerk an Fahrzeugen, sprich an der Carrosserie. Sektionspräsident Fabian Eugster sprach die Stärke der Branche an – mit einem Zwinkern in Richtung Bürokratie: „Wir machen es teilweise nicht perfekt auf dem Papier, aber wir machen es perfekt an der Carrosserie.“ Während vieles digital werde, bleibe das Handwerk greifbar: „Bei uns wird nicht nur geklickt, bei uns wird gehämmert, geschweisst, geschliffen und lackiert.“
Auch zur künstlichen Intelligenz fand er klare Worte. Sie könne Prozesse verbessern und unterstützen, doch ersetzen werde sie das Handwerk nicht: „Den Schaden am Fahrzeug werden wir immer selbst beheben“. Gerade darin liege die besondere Stärke: „Wir haben das schönste und beste Handwerk in der Autobranche“ – weil es Können, Gefühl und Leidenschaft verlange und sichtbare Ergebnisse schaffe.
GV von verschiedenen Emotionen begleitet
Stichwort Leidenschaft: Zum Gedenken an Walter Jakob Koch erhoben sich die Anwesenden zu einer würdevollen Schweigeminute. Der Verstorbene war ausgewiesener Carrossier und Gründer der Carrosserie Spritzwerk Koch AG in Wattwil. Im Sommer 2025 verschied er im Alter von 87 Jahren.
Ebenso emotional, jedoch im positiveren Sinne gestalteten sich die Ehrungen des Abends. Peter Schubiger, langjähriges Vorstandsmitglied und Fachlehrer im Bereich Lackiererei an der GBS in St. Gallen, wurde vom Sektionspräsidenten gewürdigt und verdankt. Doch nicht nur das: Die Mitglieder ernannten ihn zum Ehrenmitglied.
In seine Fussstapfen im Vorstand der Sektion tritt nun mit Bestätigung der Versammlung Sükür Oezcan – er übernimmt für Schubiger auch an der Berufsschule.
Nachwuchsmarketing und moderne Bildungstools
Grundsätzlich sind sich alle einig: Ausbildung ist einer der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft in den Carrosserieberufen. Die Wege, um neue Lernende für die Berufe zu gewinnen, sind jedoch je nach Ansicht verschiedener Natur. Ein neuer Weg führt via Zentralverband carrosserie suisse durch die Abteilung Marketing – mit dem demnächst verfügbaren Carrosserie-Mobil. «Ein begehbarer Anhänger, der an Berufsmessen Jugendlichen ein Erlebnis in den Carrosserie- und Fahrzeugbauberufen bietet», erklärte Isabel Suter, Leiterin Marketing bei carrosserie suisse. Das Carrosserie-Mobil steht in einer ersten Phase den Sektionen zur Verfügung, später auch Mitgliederbetrieben für den perfekten Aussenauftritt.
Ebenso einen solch perfekten Auftritt strebt die Bildungsabteilung um Leiter Peter Elsasser an – mit der ab Sommer 2026 neu und schrittweise einzuführenden digitalen Bildungsplattform «Hazu». «Wir wollen damit alle an der Ausbildung beteiligten Akteure noch enger vernetzen und den Lernprozess deutlich vereinfachen». Hazu vereint Unter-lagen und Lernprozesse rund um die Aus- und Weiterbildung an einem Ort unter Miteinbezug von KI-Sprachmodellen.