Ein glanzvoller Sieg des Handwerks auf dem Zeughausareal


Zürich

Uster, 9. Juli 2026 – Ein warmer Sommerabend, strahlende Gesichter und die Erleichterung nach harten Prüfungstagen: Auf dem Zeughausareal in Uster feierte die Carrosserie-Branche der Sektion Zürich ihre erfolgreichen Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger. 81 Fachkräfte durften ihre Fähigkeitszeugnisse und Berufsatteste entgegennehmen.

Bereits vor dem offiziellen Festakt herrschte reger Betrieb auf dem Areal. Familie, Freunde und Betriebsvertreter nutzten die Gelegenheit, um die ausgestellten praktischen Arbeiten der erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen wie in einem kleinen Museum zu bewundern.

In seiner Begrüssung blickte Michael Oesch, Präsident der Sektion Zürich, stolz in die Runde. In einem lebhaften Dialog liess er das emotionale Auf und Ab der vergangenen vier Lehrjahre Revue passieren: «Diese nervenaufreibende Ungewissheit kurz vor der Notenbekanntgabe, da juckt es jeweils sicherlich in den Fingerspitzen. Doch wer von Ihnen im Vorfeld ein gutes Gefühl hatte, behielt Recht: Ihr unermüdliches Engagement hatte sich vollends ausgezahlt. Herzlichen Glückwunsch!»

Souveräner Triumph bei den Fahrzeugschlossern

Besonders elegant präsentierte sich Peter Bucheli, Fachlehrer der Fahrzeugschlosser und mit ikonischer oranger Fliege vor Ort. Er bat das Publikum um Ruhe, um den vier erfolgreichen Absolventen im Rahmen eines kurzen Podiumsgesprächs die Bühne zu überlassen. Die jungen Berufsleute blickten dabei auf ein ganz besonderes Highlight zurück: eine Weiterbildungs-Exkursion nach Heidelberg im Car der Schweizer Fussballnationalmannschaft.

Dass die Fahrzeugschlosser ihr Handwerk meisterhaft beherrschen, zeigte auch der Blick auf die Statistik: Über das gesamte Semester hinweg bewegten sich die Noten in den Berufskenntnissen konstant auf ansprechendem Niveau zwischen 4.8 und 5.3. Das Qualifikationsverfahren schlossen sie mit einem dementsprechenden Gesamtdurchschnitt von 5.16 ab. „Ihr habt das absolut souverän gemeistert und es hat riesigen Spass gemacht!“, lobte Bucheli die Jugendlichen und richtete einen grossen Dank an die ausbildenden Betriebe sowie die unterstützenden Eltern.

Sie kamen, sahen, produzierten und siegten

Bucheli fand weiter die perfekten Worte für die Leistung der frischgebackenen Berufsleute: „Sie kamen, sahen, produzierten, zeigten ihr Können – und siegten!“ Sie alle hätten bewiesen, dass sie gefragte Fachkräfte sind und den Erfolg mehr als verdienen. Als die Carrosseriespengler gemeinsam die Bühne betraten, um sich feiern zu lassen, ging ein spürbarer Ruck des Stolzes durch das Zeughausareal. Im Anschluss wurden die Besten der jeweiligen Berufsgruppen von Lehrmeistern, üK-Ausbildnern und Unternehmern mit einer besonderen Anerkennung prämiert. Bei den Carrosseriereparateuren, dem seit 2022 erlernbaren Beruf im Carrosseriegewerbe, glänzte dabei Tobias Müller mit der hervorragenden Bestnote von 5.1.

Vom Glanz der Oberflächen zum eigenen Strahlen

Rolf Baumgartner, Lehrperson an der Schule für Gestaltung in Zürich, gratulierte den Absolventinnen und Absolventen ebenso herzlich zu ihrem Meilenstein: «Ihr habt es geschafft! Ihr habt während eurer Ausbildung nicht nur Oberflächen zum Glänzen gebracht, sondern heute bringt ihr euch auch selbst zum Strahlen.» Neben dem Fachwissen dürften vor allem das Netzwerk und die Freundschaften fürs Leben, die in diesen Jahren entstanden seien, von unschätzbarem Wert bleiben.

Weiter unterstrich er in seiner Ansprache die immense Bedeutung des traditionellen Handwerks in einer digitalisierten Welt. Mit Blick auf den rasanten technologischen Wandel gab er den frisch Ausgebildeten einen wegweisenden Rat: «Nutzt eure Chancen, bleibt neugierig und entwickelt euch kontinuierlich weiter. Es ist entscheidend, dass ihr unserer Branche treu bleibt. Ja, wir stehen durch die Entwicklung der künstlichen Intelligenz mitten im Wandel – aber echtes, hochstehendes Handwerk kann man nicht einfach wegdigitalisieren!»

Ein grosses Dankeschön für Geduld und Nerven

Zum Abschluss ergriffen die Absolventinnen und Absolventen selbst das Wort in Richtung Klassenlehrpersonen: «Vielen Dank für die grossartige Unterstützung während der vierjährigen Grundbildung». Als humorvolle „Entschädigung“ für das Aushalten erhielten die Lehrerinnen und Lehrer kleine Geschenke überreicht.

Besonderes Lob erfuhren die 13 Lackierassistenten, bei deren zweijähriger Ausbildung neben dem fachlichen Geschick enorm viel Engagement und wertvolle Sozialarbeit im Zentrum standen. Nach dem offiziellen Teil wurde in entspannter Atmosphäre gelacht, gefeiert und auf eine erfolgreiche, sichere Zukunft in der Carrosseriebranche angestossen.

Im Podcast

Valentina Kasper, Fachlehrperson an der STFW, über nervöse Jugendliche und den Austausch während dem QV (Achtung teilweise schlechte Tonqualität)

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