Neues Transparenzgesetz: Einordnung mit Verbandsjurist Mischa Berner


Markt und Technik

Ab Oktober 2026 gilt schweizweit das neue Transparenzgesetz. Unternehmen müssen künftig offenlegen, welche Personen wirtschaftlich hinter ihnen stehen. Mit den neuen Vorgaben will der Bund die Transparenz erhöhen und Geldwäscherei sowie Terrorismusfinanzierung wirksamer bekämpfen.

Meldung ab 1. Oktober möglich
Die Meldung an das Transparenzregister wird primär über die Plattform EasyGov.swiss erfolgen können. Das SECO empfiehlt, dass sich Unternehmen oder Dienstleister (Beauftragte) ab sofort registrieren, um die Meldungen zu vereinfachen, wenn das Transparenzregister in Betrieb genommen wird.
Das Transparenzgesetz TJPG verpflichtet juristische Personen wie beispielsweise AG und GmbH, ihre wirtschaftlich Berechtigten in einem neuen Register offenzulegen. Für die Einführung ist das Bundesamt für Justiz BJ in Zusammenarbeit mit dem SECO und weiteren Partnern verantwortlich.

Fragen und Antworten mit Jurist Mischa Berner

Was wird mit dem neuen Transparenzgesetz geregelt?

Das neue Schweizer Bundesgesetz über die Transparenz juristischer Personen und die Identifikation der wirtschaftlich berechtigten Personen (TJPG) tritt mit der Revision des Geldwäschereigesetzes am 1. Oktober 2026 in Kraft und führt ein zentrales, nicht öffentliches Transparenzregister ein. Die Gesetzgebung gilt für die Schweiz, nicht jedoch für Lichtenstein, wobei Lichtenstein die internationalen Standards auch einführen wird.

Weshalb führt der Bund dieses neue Gesetz ein?

Der Bund sah die Verpflichtung zur Übernahme dieser Standard in erster Linie als Stärkung des Schweizer Finanzplatzes und Wirtschaftsstandorts und als Erschwerung des Zugangs für kriminelle Geldwäscher. Die Reputation des Finanzplatzes Schweiz soll gestärkt werden. Einher mit dieser Zielsetzung ergeht auch die Verhinderung der Terrorismusfinanzierung, indem Geldflüsse mit der Revision des Geldwäschereigesetzes besser nachvollzogen werden können.

Unter dem geltenden Recht können die Straf- und Verwaltungsbehörden die wirtschaftlich berechtigte Person – d. h. die wahre Begünstigte bzw. den wahren Begünstigten – einer Gesellschaft nicht hinreichend schnell und effizient ausfindig machen. Dies soll sich mit dem Transparenzgesetz ändern.

Was sind die Pflichten für die Unternehmen aus dem Gesetz? Sind die carrosserie suisse-Mitglieder auch betroffen?

Das Gesetz verpflichtet Unternehmen zur Deklaration ihrer Eigentümer in einem Register. Alle betroffenen Unternehmen müssen Angaben zur Identität und Überprüfung der wirtschaftlich berechtigten Personen einer Gesellschaft einholen, und diese aktuell halten. Das Register ist nur für die Personen offen, welche Prüfpflichten gemäss dem Geldwäschereigesetz haben. Das Transparenzgesetzt bezweckt damit die Geldwäschereibekämpfung gemäss internationalen Standards.

Betroffen sind grundsätzlich alle juristischen Personen in der Schweiz, die sich selbständig im Register anmelden müssen. Die Meldepflicht betrifft damit rund 500'000 Unternehmen und damit alle carrosserie suisse-Mitglieder, welche als juristische Person firmiert sind.

Wie kommt man der Meldepflicht nach?

Die Meldung erfolgt zentral und kostenlos über die Plattform EasyGov: https://aktuell.easygov.swiss/news/transparenzregister/ Dies muss bis zum 1. Oktober 2026 gemacht werden. 

Was passiert, wenn man der Meldepflicht nicht nachkommt?

Die Verletzung der Meldepflicht ist mit Busse sanktioniert, wobei allerdings davon auszugehen ist, dass kaum in den ersten Wochen nach Anfang Oktober mit dem Einschreiten der Strafverfolgungsbehörde gerechnet werden muss. Dies weil die Einführung des Transparenzgesetzes und die Revision des Geldwäschereigesetzes für Schweizer Verhältnisse schon ein wenig eine Hauruck-Übung war. Zu empfehlen ist allerdings natürlich ganz klar, die Meldung rechtzeitig zu machen.

Im Podcast

Verbandsjurist Mischa Berner ordnet im Interview die wichtigsten Hintergründe zum neuen Transparenzgesetz ein und sagt, was Betriebe machen müssen.

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