Seifenkistenderby: Der Schweizermeister und die originellste Kiste sind gekürt!


Bildung

Das Seifenkistenderby in Schwendibach BE hatte am 23. August gleich drei Gründe zum Feiern: Schon zum 50. Mal bretterten hier Kisten hinunter. Und man zeichnete den neuen Schweizermeister Marco Zimmermann sowie die «originellste Kiste» aus – jene von Finn Trollhagen. Mit dem «Schönheitswettbewerb» will carrosserie suisse die Kreativität und das technische Verständnis der jungen Generationen fördern.

Kuhglocken bimmeln, der Blick schweift weit über Steffisburg zum Bergpanorama, am Himmel ziehen Gleitschirme ihre Kreise: So präsentierte sich die eindrückliche Kulisse des 50. Seifenkistenderbys in Schwendibach vom 21. bis zum 23. August 2026 – am letzten Tag rasten die Pilotinnen und Piloten um die Schweizermeisterschaft über den Asphalt.
Die Rennstrecke verlangt den Jugendlichen alles ab. Rund eine Woche lang hat der lokale Organisator, der Sportclub Schwendibach, Schutzbanden aus Holz aufgestellt, um die steile und kurvenreiche Strecke zu sichern. Und auch während des Rennens selbst mussten die Freiwilligen immer wieder nachbessern, weil einige Seifenkisten Spuren hinterliessen.

Erfolge sind kein Zufall

Die Spannung im Festzelt stieg spürbar, bis kurz vor 18 Uhr die Sieger feststanden: Schweizermeister ist neu Marco Zimmermann (Jahrgang 2012) aus Auw AG. Auf den zweiten Platz fuhr Nils Meyer (Jahrgang 2013) aus Schwendibach – für ihn war es ein Heimspiel. Rang drei sicherte sich Orlando Weibel (Jahrgang 2012) aus Urdorf ZH. Sowohl Meyer als auch Weibel standen bereits im letzten Jahr auf dem Podest und bewiesen damit, dass ihre Erfolge kein Zufall sind.

Eine der anspruchsvollsten Strecken 

Insgesamt gingen rund 70 Teilnehmende aus der ganzen Schweiz an den diesjährigen Schweizermeisterschaften an den Start. «Die Rennstrecke gilt als eine der längsten und technisch anspruchsvollsten im Rennkalender. Und sie ist beliebt wegen ihrer malerischen Lage», sagt Simone Andrianello, Präsident der IG Seifenkisten Derby. «Schade war nur, dass kein Mitgliederbetrieb von carrosserie suisse einen Boxenstopp-Stand aufgestellt hat. Denn das birgt immer Chancen, um mit Nachwuchstalenten in Kontakt zu kommen.»

Kreativität mit scharfem Blick beurteilt

Schon zum dritten Mal prämierte der Branchenverband an der Schweizermeisterschaft die originellste Seifenkiste. Paolo Nicastro, neuer Leiter der carrosserie suisse Academy, sass in der dreiköpfigen Jury. «Wir bewerten die Technik und die künstlerische Gestaltung», erklärt er: «Lackierung, mehrfarbiger Aufbau, Pinselstrich – jedes Detail zählt.» Damit der Wettbewerb die Innovation fördert, werden Siegerkisten aus den Vorjahren neuerdings nicht mehr berücksichtigt.

Am Ende setzte sich die Kiste von Finn Trollhagen (Jahrgang 2014) aus Zufikon AG durch. Schwarz-weiss-kariert symbolisiert sie das klassische Muster der Zielflaggen im Rennsport. Auf den Plätzen zwei und drei landeten Mathias Di Paola (Jahrgang 2014) aus Frutigen BE und Josephine Bachmann (Jahrgang 2011) aus Benzenschwil AG. Letztere konnte sich damit trösten, dass sie den Podestplatz an den Schweizermeisterschaften – mit Rang 4 – nur knapp verfehlte.

Text: Stephan Lehmann, comm-unity

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