Ende Juni 2026 hiess es für die beiden Abschlussklassen Fahrzeugschlosser/-in EFZ: Koffer packen und ab nach Deutschland. Auf dem Programm standen drei Betriebsbesuche rund um den Fahrzeugbau – vom Spezialfahrzeug über das Auto bis zum Lastwagen. So konnten die Lernenden zum Abschluss ihrer Ausbildung hautnah erleben, wie aus vielen Einzelteilen ein fertiges Fahrzeug entsteht.
Tag 1: Doll Fahrzeugbau und Heidelberg
Früh am Morgen ging es mit einem modernen Reisecar von Luzern los. Und die Firma Heggli schickte nicht irgendeinen Car, sondern einen Mannschaftsbus der Schweizer Fussballdamen. Die Reise begann also bereits mit Stil! Erste Station war die Firma Doll Fahrzeugbau in Oppenau im Schwarzwald. Nach der Begrüssung und einer Firmenpräsentation folgte eine ausführliche Werksführung. Der Betriebsleiter René Klepsch verstand es, mit grossem Fachwissen die aktuellen Projekte vor Ort in der Produktion und Reparatur sichtbar zu machen. Die Lernenden sahen den ganzen Weg eines Fahrzeugs: von der Baugruppenfertigung über den Fahrgestellbau und das Lackierwerk bis zur Endmontage und Fahrzeugprüfung. Dies zeigte sehr schön, wie viele Arbeitsschritte hinter jedem einzelnen Fahrzeug stecken. Besonders beeindruckend waren die zahlreichen Militärfahrzeuge, die auf dem gesamten Areal in der Fertigung oder in Reparatur waren. Die Auswirkungen der europaweiten Aufrüstung spürt die Firma DOLL ganz direkt.
Am Abend erreichte die Gruppe Heidelberg. Bei einem geführten Rundgang durch die Altstadt lernten die Teilnehmenden die bekannte Kulturstadt kennen. Beim gemeinsamen Nachtessen in der Kulturbrauerei klang der erste Tag gemütlich aus.
Tag 2: Mercedes-Benz in Rastatt und Wörth
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen von Mercedes-Benz. Im Werk Rastatt, dem grössten Arbeitgeber der Region mit über 6100 Beschäftigten, entstehen die A-Klasse, der kompakte SUV GLA sowie moderne Elektrofahrzeuge. Besonders eindrücklich: Autos mit Verbrenner-, Hybrid- und Elektroantrieb laufen flexibel vom selben Band. Auf rund vier Kilometern Fussweg verfolgten die Lernenden den Ablauf vom Karosserie-Rohbau über die sogenannte «Hochzeit» – die Verbindung von Karosserie und Fahrwerk – bis hin zum Innenausbau.
Am Nachmittag ging es weiter ins Lastwagenwerk Mercedes-Benz Trucks in Wörth. Hier erhielten wir Einblick in den Bau der Fahrerkabinen und den Zusammenbau kompletter Lastwagen – vom Rahmen bis zur Endkontrolle. Der Vergleich der beiden Werke zeigte gut, wie unterschiedlich die Fertigung von Personenwagen und Nutzfahrzeugen abläuft.
Ein gelungener Abschluss
Nach zwei intensiven Tagen kehrte die Gruppe am Abend zufrieden in die Schweiz zu-rück. Die Exkursion hat den angehenden Fachleuten eindrücklich gezeigt, wie das Gelernte aus der Schule und dem Betrieb in der Praxis zusammenkommt – ein schöner Abschluss ihrer Lehrzeit.
Text und Bilder: zVg Peter Bucheli